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[deutsch]

Kakor naraščanje

Kakor naraščanje temnih glasov
raslo je, vstajalo je iz globin,
kakor zvonjenje nevidnih zvonov
klicalo me je iz kraških dolin.

Šel sem: med množZE=2>ico sem se potŘpil,
med te ljudi, krvaveče spoznanj,
padal, umiral, doklér nisem stopil
v tiho svetišče njih pričakovanj.

Njih pričakovanja so tiha in sveta,
čeprav jih duší tiran kapital,
svetejša so, če jih krivica prepleta,
in lepša je kri od temnečih koral,
ta kri pod okovi, o naj bo prekleta!
Kadar bo brizgnila, vstal bo naš kralj.

[slovensko]

Wie das Crescendo

Wie das Crescendo dunkler Stimmen
erwuchs es und erstand aus Tiefen,
wie Läuten unsichtbarer Glocken,
die mich aus Karst-Dolinen riefen.

Ich ging und tauchte in die Menge:
zu Menschen - blutend, hart vom Wissen;
ich fiel, bis sie mich aus der Enge
in ihren Hoffnungstempel ließn.

Es sind ihre Hoffnungen heilig und still,
wenn auch gewürgt vom Tyrann Kapital,
doch heiliger noch im Unrecht schrill,
schöner ist Blut als dunkler Korall,
dies Blut unter Eisen - verflucht sein will!
Spritzt es hervor, steht auf unser Kralj.

Zu Vers 14: Kralj Matjaž (König Matthias Corvinus, Matyas Hunyadi), 1440-90, vom Volk verehrter König von Slawonien und Ungarn (seit 1458), besiegte die Türken, seit 1469 auch König von Böhmen, vertrieb 1485 Friedrich III. aus Wien und wurde König von Österreich, Krain und der Steiermark.In der Geschichtsschreibung als "tapferer König" und als "Held" apostrophiert. Der Legende nach schläft er tausend Jahre lang in der Peca/Petzen, um dann aufzuerstehn. Die Bauern anerkannten ihn als den Garanten der "stara pravda", des "alten Rechts", wonach der Graf von ihnen keine Sonderabgaben fordern durfte, die über die
Abgaben an den Kaiser hinausgegangenen wären; unter Kralj Matjaž lebten die Bauern in einem gewissen Wohlstand. Überliefert ist der Ausspruch: "Kralj Matjaž je dal zlate kovati"/"König Matjaž ließ Goldstücke prägen". (S. auch "Kraljevska pesem"/"Lied des Königs")