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[deutsch]

Kraljevska pesem

Kaj bi mi prestol, kaj bi grad,
jaz nočem kraljevati!
Komu bi kraljeval, zakaj,
kaj bi mi kraljevski sijaj?
Matjaž - on mora spati.

Njegova vojska trdno spi,
Matjaž sloni ob mizi;
na steni meč visi težak,
pod steno truden spi junak,
ministrstvo je v krizi.

V obraz koščen se že susí,
le brada mu poganja,
in ker ga nič ne brijejo,
se brada, brki vijejo
krog mize in krog spanja.

Matjaž morda nikoli več
podzemske te dvorane
ne zapusti in vojska mre,
a kdor je živ, ne sniva, gre -
jaz pojdem med cigane.

Moj bo lesket vseh belih cest
in črnih šum šumenje
in najhitrejši črni konj
me rešil ječe bo in spon
in nesel v odrešenje.

[slovensko]

Lied des Königs

Was soll ein Thron mir, was ein Schloß,
ich mag kein König sein!
Wen soll ich regieren und warum,
was soll mir Königs Schein?
Matjaž - er muß schlafen darum!

Sein Heer schläft fest und tief,
Matjaž, er lehnt beim Tische;
hoch an der Wand, da hängt sein Schwert,
darunter der Held, in müden Schlaf gekehrt,
das Amt ist in der Krise.

Sein beinern Antlitz trocknet aus,
nur noch der Bart sprießt frisch,
und weil ihn niemand mehr rasiert,
umwinden Bart und Schnauzhaar ungeniert
den Schlafenden am Tisch.

Matjaž verläßt wohl diesen Saal
dort tief im Berg nie mehr,
sein Heer wird untergehn,
wer lebt, schläft nicht, läßt alles stehn -
ich geh unter die Zigeuner.

Mein wird der Schimmer weißer Straßen,
mein der schwarzen Wälder Singen -
auf feurigstem Rappen werd ich entspringen,
er wird aus Fesseln und aus Ketten
mich tragen und erretten.

(Zu Kralj Matjaž/König Matthias Corvinus siehe das Gedicht:
"Kakor naraščanje"/"Wie das Crescendo".)